Funde

Nokfundstellen sind reich an Funden aller Kategorien. Vor allem Keramik und Steingeräte, darunter vorwiegend Mahlgeräte gefolgt von Beilklingen, sind sehr häufig. An fast allen Fundstellen gibt es Fragmente von Terrakotten. Eisenobjekte sind bekannt, kommen aber, wie andere Relikte der Metallurgie, nur gelegentlich vor. Alle Funde sind stark von Verwitterung und Erosion gezeichnet.
Terrakotten

Kennzeichnend für die stilisierten Tier- und Menschendarstellungen sind elliptische bis dreieckige Augen, deren Pupille durch eine Vertiefung angedeutet ist. Individuelle Merkmale wie Bärte, Schmuck und extravagante Frisuren oder Kopfbedeckungen betonen die kunstvolle Ausführung der ausdrucksstarken Terrakotten. Die grobe Textur ist auf den hohen Anteil von Granitgrus im Ton zurückzuführen. Der ehemals glatte Engobe Überzug ist verwittert. Ab einer Größe von etwa 20 cm sind die Figuren hohl und in Aufbautechnik hergestellt.

Im Gegensatz zu den prachtvollen Plastiken, die man in den Katalogen betrachten kann, finden wir nur Fragmente, die stark verwittert sind und ausnahmslos zerbrochen.Tatsächlich ist es in nur einem Fall gelungen, Bruchstücke zu einer kompletten Figur zusammenzusetzen. Abgesehen von dieser Ausnahme liegen alle Plastiken nur fragmentarisch vor, so dass wir von einer intentionellen Zerstörung ausgehen.
Welche Funktionen sie hatten, bleibt spekulativ. Hier spielt der Kontext eine wichtige Rolle! Wir finden sie im alltäglichen Siedlungsmüll genauso wie als Teil komplexer Deponierungen. Wahrscheinlich dienten sie verschiedenen Zwecken, deren einzige Gemeinsamkeit die anschließende Zerstörung war. Generell kommen sie sehr häufig vor und waren sicher bedeutender Teil des Alltags.
Keramik

Die Gefäße weisen eine Vielfalt an Oberflächenbehandlungen sowie ein großes Formenspektrum auf. Ritz- und Stichverzierungen aller Art gehören zu den am häufigsten angewandten Techniken. Die Muster sind in voneinander abgegrenzten Bändern eingebracht. Ähnlich wie bei den Skulpturen fällt auch bei der Keramik die sehr grobe, anorganische Magerung auf. Einige der Verzierungsmotive wurden auch für die Figuren verwandt. Einzigartig bleibt ein Gefäß, das ein Nokgesicht aufweist.

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Steinartefakte

Steingeräte sind auf Nokfundplätzen häufig vertreten. Neben zahlreichen, meist zerbrochenen Mahlgeräten kommen Beilklingen, Fragmente von Steinringen oder Perlen zum Vorschein.
Alle Geräte weisen starke Benutzungsspuren auf oder sind zerbrochen. Als Rohmaterial dienten Quarzit und granitische Gesteine (Mahlgeräte), Rosenquarz, Karneol und Jaspis (Perlen) oder Ergußgesteine (Steinringe, Beilklingen). Die meisten Gesteine dürften in der näheren Umgebung der Fundstellen anstehen.

Steinbeile, Bruchstücke von Mahlsteinen und eine Perlenkette von verschiedenen Nok-Fundplätzen.

Da viele der Fundplätze in der Nähe granitischer Kuppen vorkommen, könnten Möglichkeiten zum Mahlen bei der Auswahl des Aufenthaltortes eine Rolle gespielt haben. Häufig finden sich Mulden im Gestein, in denen offenbar kleinere Mengen verschiedener Materialien zerkleinert wurden. Archäobotanische Beprobungen einiger Mahlsteine auf Stärke, um so auf das Mahlgut zu schließen, erbrachten keine Ergebnisse.
Auffällig ist, dass Schneidegeräte in Form geschlagener Artefakte oder Jagdgeschoße wie Pfeilspitzen bisher völlig fehlen. Gelegentlich vorkommende Bruchstücke von Hämatit und Goethit weisen Schleifspuren auf und belegen indirekt die Herstellung von Farbe.
Die Häufigkeit der Steingeräte, z. B. auch der Steinbeile zeigt, dass der Großteil der Alltagsarbeiten damit verrichtet wurde. Der Rohstoff Eisen war offenbar noch Mangelware.

Eisenobjekte
Die Metallurgie scheint in der Region eine lange Tradition zu haben. Riesige Schlackehaufen und Reste von Verhüttungsöfen deuten auf eine noch vor etwa 500 Jahren stattfindende Metallproduktion in fast industriellen Ausmaßen hin. Die Herstellung von Eisen lässt sich in der Region bis in Nokzeiten zurückverfolgen. Einige Ausgrabungen an Verhüttungsöfen ergaben auch nokzeitliche Datierungen, die mehrheitlich um 500 BCE oder noch früher datieren und somit zu den frühesten im subsaharischen Kontext zählen. Funde von Eisenobjekten aus sicher nokzeitlichem Kontext sind bisher ausgesprochen spärlich. Aus mehr als 50 Ausgrabungen kennen wir etwa 16 Eisenartefakte. Eines davon, ein Eisenbeil, ist unten links zu sehen. Rechts ein großes Stück Schlacke von einem rezenten Verhüttungs-/Schmiedeplatz.